Priesterin, Totengräberin und jetzt Gärtnerin im verrückten Saftladen

Nun ist sie schon ein paar Monate hier und …. wir sind mega begeistert! 2020 war es Zeit, die Frauenquote zu erhöhen. Aber nicht deshalb haben wir Gina geholt, sondern weil sie eine grandiose, fröhliche, kluge und starke Gärtnerin ist. Aber von vorne: Warum Totengräberin? Gina hat eine Ausbildung als Friedhofsgärtnerin gemacht. Dabei muss man eben nicht nur Bäume, Hecken und Büsche pflegen, sondern auch Gräber vorbereiten und Särge verbuddeln. Keine Angst, Gina hat die Gräber gut verschlossen und Grabsteine darauf gesetzt, die Zombies kommen nicht raus.

Sie sagt zweideutig aber wahrheitsgemäß: “Man hat viele Leute unter sich!”

Aber Priesterin? Das hat mit ihrer Freizeit zu tun. Gina spielt Mittelalter-Live-Rollenspiele. Wer das nicht kennt: Es treffen sich Hunderte Menschen an einem Ort und drehen durch. Im positiven Sinne – jeder sucht sich eine Figur aus, verkleidet sich und spielt wie in einem Improvisationstheaterstück das Leben von vor 500 Jahren. Hier wurde sie auch im wahrsten Sinne des Wortes „verzaubert“ und lernte ihren Freund kennen. Allgemein wünscht man sich bei den Festivals eher nicht gegenseitig die Pest an den Hals oder wirft mit Pech und Schwefel, sondern genießt Met, Gegrilltes und schöne Kostüme.

Schon nach einer Woche bei uns hat sie sich mit den Jungs gut angefreundet. Choukri nennt sie zärtlich „Schwesterherz“ (sie nennt ihn „Hase“) und die anderen fragen sie gerne, wenn es um gartenbau-fachliche Themen oder einfach nur eine dritte Meinung geht.
Gina sagt, dass es in unserem Saftladen nicht so stressig zugeht wie bei manch anderem Betrieb, aber das Ergebnis sind trotzdem top-gepflegte Gärten. Außerdem hat sie auch noch ein bisschen Welpenschutz. 😊
Dass Gina als Frau genauso hart anpackt wie die Kollegen, ist für sie selbstverständlich. Aber es muss fair bleiben. Jeder tut eben so viel, wie er kann.
Auch mit einer abgeschlossenen Gärtnerausbildung kann man dazu lernen. Jeder im Team hat seine Fachkenntnisse, und Gina hat aufmerksame Augen und Ohren.
Wir schätzen besonders, dass Gina über ihren Tellerrand schaut. Wenn sie morgens startet, ist sie mit Andy meist die erste, und die erste Kanne Kaffee ist dann schon fertig, bevor die anderen zur Arbeit kommen. Das macht sie nicht, weil sie’s muss, sondern weil sie eine gute Kollegin ist. Wenn dann aber die schmutzigen Tassen herumstehen und die ganze Umkleide voll ist mit dreckigen Sachen, kann sie den Jungs schonmal Beine machen. Gina ist kein Kind von Traurigkeit und kann sich durchsetzen, wenn sie will.

Auch wenn sie morgens früh da ist und lange bleibt: Gina genießt ihre Freizeit. In der Saison schaut sie sich gerne mal Spiele des FC St. Pauli im Fernsehen an oder trifft sich mit Freunden zum „Fussi gucken“.
Im Urlaub fährt sie genauso gern in die Berge zum Skifahren wie sie Freunde im Westen der Republik besucht. Dort trinkt sie dann ein Kölsch, bevor sich wieder alle verkleiden und Mittelalter spielen.
Das Soziale liegt bei Gina auch in der Familie: Ihre Mutter ist Erzieherin, ihre Schwester studiert Sozialökonomie, und Gina wollte eigentlich Altenpflegerin werden – ist aber schließlich im sozialen Saftladen gelandet. Ihr Papa hat in seinem Zeitarbeitsunternehmen auch viel mit Menschen zu tun. Da ist es kein Wunder, dass die Eltern auch sozialen Apfelsaft trinken.
Gina ist gerne draußen, das muss sie als Gärtnerin ja, aber sie kommt auch mit Hamburger Schietwetter klar, denn: „Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung.“
Bei 7 Tagen Regenwetter weiß sie sich auch zuhause zu beschäftigen. Manchmal tauscht sie das Priesterinnen Kostüm dann gegen den Joystick und spielt das Rollenspiel digital. Ihre Lieblingsfigur dort? Genau…!
Ein bisschen passt auch ihr Musikgeschmack zu ihren Hobbys, denn am liebsten mag sie Folkrock und trägt die Shirts ihrer Lieblingsbands. Nein, nicht rosa mit Plüsch.
Mit kulinarischen Köstlichkeiten kann man Gina leicht hinter dem Herd hervorlocken. Sie interessiert sich für exotisches wie traditionelles Essen und verschmäht keine unbekannte Zutat…na gut, Hunde und Katzen müssen’s dann doch nicht sein.
Teile ihrer Familie kommen aus dem Ländle. Deshalb ist sie auch gerne mal im Südwesten und schwätzt Schwäbisch… Gina ist nicht nur zuvorkommend, offen und fleißig, sie hat auch einen ganz besonders bunten Charakter und ist immer für eine Überraschung gut. Schön, dass du Teil des verrückten Saftladens bist!